Für ein Motiv für den Buchstaben U beim ABC Foto habe ich mich etwas schwer getan und dabei steht ein U ganz in meiner Nähe – das Usambaraveilchen. Der erste Gedanke den ich hatte als ich es geschenkt bekamt – mmh etwas „angestaubt“ eine Oma-Blume sozusagen. Geht es Euch damit auch so? Mir fiel gleich meine Oma ein, denn sie hatte ganz viele davon.
Vor Kurzem habe ich eine schöne Beschreibung für diese zarte Blume gelesen:
Es gibt Zimmerpflanzen, die wirken ein bisschen wie stille Mitbewohner.
Sie stehen einfach da, sehen hübsch aus und verlangen kaum Aufmerksamkeit.
Das Usambaraveilchen gehört in diese Kategorie, vielleicht macht gerade das seinen besonderen Reiz aus.
Und ähnlich ging es mir ja auch als ich über das U nachgedacht habe. Auf diese „stille“ unaufdringliche Blume bin ich erst überhaupt nicht gekommen.
Dabei ist es eine ganz blühfreudige, robuste und pflegeleichte Blume und es hat einen ganz schön weiten Weg hinter sich.
Seinen Ursprung hat das Usambara Veilchen in Ostafrika, in den Usambara-Bergen in Tansania. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie dort vom deutschen Kolonialbeamten Walter von Saint Paul-Illaire entdeckt. Die ersten Pflanzen und Samen wurden anschließend nach Hannover in die Herrenhäuser Gärten geschickt. Hier begann man, sie botanisch zu untersuchen und erfolgreich zu kultivieren. Seit dem lautet der botanische Name bis heute Saintpaulia, auch wenn die Pflanze mittlerweile offiziell zur Gattung Streptocarpus gezählt wird. Denn wie später festgestellt worden ist, hat das Usambaraveilchen mit unseren Veilchen fast nichts gemeinsam.


Links als Portraitaufnahme. Rechts im Bühnenlicht
Pflegetipps für das Usambara Veilchen
Was die Pflege angeht, ist sie total unkompliziert. Sie mag helle Plätze, allerdings keine direkte Mittagssonne. Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad findet sie prima. Zugluft dagegen kann sie gar nicht leiden.
Beim Gießen gilt: Weniger ist Mehr.
Die Erde sollte leicht feucht, aber niemals nass sein. Sie ist aber doch unempfindlich. Ich habe auch schon vergessen sie regelmäßig zu gießen und sie hat mir verziehen. Es heißt, es ist besser das Wasser direkt in den Untersetzer zu geben, weil die samtigen Blätter empfindlich auf Wasserflecken reagieren können. Ob das nun so stimmt kann ich nicht sagen, ich gieße von oben und unten.
Was ich wirklich zu schätzen gelernt habe, ist ihre die lange Blütezeit. Mit etwas Glück und guter Pflege blüht ein Usambara Veilchen fast das ganze Jahr über. Es gibt sie jetzt auch in unzähligen Farben – von klassischem Violett über Rosa und Weiß bis hin zu zweifarbigen oder gefransten Varianten.
Früher wurde das Usambaraveilchen oft als „Oma-Blume“ bezeichnet, weil es in den 1950er bis Mitte der 1980er Jahre in unglaublich vielen deutschen Wohnungen stand! Kaum eine Fensterbank ohne diese kleinen violetten Blüten, die vorherrschende Farbe damals. Das hatte mehrere Gründe:
- Pflegeleicht: Die Pflanze kam gut mit den Bedingungen in Wohnungen klar, selbst bei trockener Heizungsluft.
- Ganzjährig blühend: Das Usambaraveilchen brachte wegen seiner Blühfreude ständig Farbe ins Haus.
- Günstig und leicht zu vermehren: Man konnte aus einem Blatt neue Pflanzen ziehen und sie verschenken. Das werde ich mal ausprobieren.
- Passt perfekt auf Fensterbänke: Die Pflanze bleibt kompakt und braucht nicht viel Platz.
Dazu kam natürlich auch der Stil der Zeit, wisst Ihr noch?! Spitzendeckchen, Schrankwand, Gardinen und dann das Usambaraveilchen auf der Fensterbank. Dadurch bekam die Pflanze irgendwann diesen leicht altmodischen Ruf.

Aber scheinbar erlebt sie ihr Comback. Vor allem jüngere Pflanzenfans entdecken sie, weil sie retro aussieht, robust ist und es inzwischen richtig schöne moderne und vor allem coole Züchtungen gibt.
Vielleicht liegt darin die Beliebtheit des Usambara-Veilchens:
Es ist unkompliziert, blüht zuverlässig und bringt Farbe in den Alltag, ohne ständig Aufmerksamkeit einzufordern.
Eine Pflanze, die einfach freundlich wirkt.
Ich war ja auch eher skeptisch ihr gegenüber, aber das mit der Blühfreude kann ich bestätigen. Und hier so in meinem Büro da macht sie eine richtig gute Figur und wenn nichts blüht – die Kleine schon 😉
Kennen werdet Ihr sie bestimmt alle, habt Ihr denn auch welche bei Euch daheim?
Nun lasse ich liebe Grüße hier, wünsche Euch allen frohe Pfingsten
Kirsi
Verlinkt bei ABC Foto Buchstabe U
Oh ja, ich habe vier Töpfe auf der Fensterbank. Sie haben gerade angefangen zu blühen. Sie sind sehr hübsch und pflegeleicht.
Ich denke das werde ich auch nachmachen liebe Jasna!
Servus Kirsi,
danke fürs Zeigen des Usambaraveilchens beim Foto-ABC und deinen Kommentar! Liebe Grüße
ELFi
Gerne!
Moin liebe Kirsi,
ja es gibt die klassischen „Oma-Pflanzen“ wie zum Beispiel das Usambaraveilchen und das Alpenveilchen.
Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, hatte meine Oma auch diese Pflanzen auf der Fensterbank stehen. Schade eigentlich das sie so ein „verstaubtes“ Image haben, denn sie gelten als sehr pflegeleicht und sehen auch sehr hübsch aus.
Hab ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße
Birgit
Genau die Ehrenrettung hat begonnen, ich habe ja auch erst etwas zurückhaltend geschaut und nun freue ich mich so an der Blume
Schon lange habe ich kein Usambaraveilchen mehr gesehen! Und ich hatte auch Verwandschaft, die so einige dieser Blümchen pflegten. Hier zog es vor über 15 Jahren mal ein, als der Sohn es mit der ganzen Klasse per Blatt im Töpfchen vermehrte.
Viele Blumen auf den Fensterbänken meiner Kindheit waren früher hübsch und trotzdem preiswert. Für Pflanzen im Zimmer gab man kein Geld aus. Auch nicht verkehrt, wo ich heute an einem Kontainer voller Pflanzen, welche wohl nun unverkäuflich, im großen Stil vom Garten Center entsorgt wurden. Und wo einfach die Einkaufswagen mit neuen Pflanzen befüllt wurden, weil die alten eingegangen waren, da man die Kühle unterschätzt hatte… Da lob ich mir das Usambaraveilchen. Und all ihre Vettern und Cousinen. Dankeschön, für eine Erinnerung und Ehrenrettung einer „Oma“ Pflanze.
Liebe Grüße und ein schönes Pfingstwochenende
nina
Gern geschehen, ja ich finde auch, wir sollten alle in allen möglichen Bereichen nachhaltiger und bewusster leben! Dir ein schönes Wochenende
I’ve never actually seen African violets here in Malaysia, Kirsi.
They look very beautiful with their velvety leaves and cheerful blossoms.
I can understand now why they were once such a classic windowsill flower in Europe.
Thank you for sharing their history and charm — I’ll be keeping an eye out for them!
I am delighted that you, too, can get excited about the African violet. Beautiful translation, Usamabaraveilchen – African violet
Als Jugendliche habe ich mal eines geschenkt bekommen und dann auch jahrelang gehegt und gepflegt. Seither hatte ich jedoch keines mehr. Wie lustig, dass nun auch die Usambaraveilchen wieder kommen. Mich haben ja immer mehr noch als die Blüten die samtartigen Blätter der Pflanze fasziniert. Wie schön, dass du uns nun dein unaufdringliches Uambaraveilchen und seine Artgenossen näherbringst. Ein schönes U wie Usambaraveilchen.
Liebe Grüße heike
Vielen Dank liebe Heike!
Mein Vater mochte das Usambaraveilchen sehr gerne, liebe Kirsi und darum stand es bei uns früher auch auf der Fensterbank. Er zeigte uns, wie man aus einem kleinen Blattstückchen, in Erde gesteckt, eine neue Pflanze ziehen kann. Das fand ich richtig spannend.
Liebe Grüße
Susanna
Ja das werde ich demnächst mal ausprobieren scheint ja wirklich nicht so kompliziert zu sein 😉 dann ist es auch etwas für mich!
Liebe Grüße
Kirsi