Mämmi

Tiefschwarz ist der finnische Ostergenuss, das Mämmi.

finnisches Osteressen Mämmi offenes Paket

Mämmi ist eine Mischung aus Wasser, Vollkornmehl und Malz.
Dann noch einige Gewürze: Salz, Schale von Pomeranze (Bitterorange) und Sirup.
Wenig Zutaten, aber es muss viel Zeit dafür eingeplant werden! Die Oma meiner Mutter hat Mämmi noch selber gemacht, aber heutzutage wird es meistens gekauft.

Zuerst warmes Wasser mit etwas Mehl und etwas Malz verrühren und dann gut umrühren – zudecken und ruhen lassen. Es muss ein wenig gären! Danach dann wieder umrühren und alles wieder von vorn. Bei dem 2. Durchgang darf das Wasser schon kochend heiß sein und dann muss es wieder ruhen. Das geht dann so lange bis die Zutaten verbraucht sind (ca. 2 – 3 Stunden insgesamt).
Den Brei so lange schlagen bis er kalt ist! Er ist unheimlich zäh, eine Herausforderung für jede Küchenmaschine. Und meine Uroma hat den mit der Hand kalt geschlagen.

Dann wird die Masse in Touhiset (kleine Förmchen aus Birkenrinde) gefüllt. Normale Backförmchen gehen natürlich auch. 
Die Formen nur bis zur Hälfte füllen, damit der Brei im Backofen nicht überkocht!
Zum Schluss mit Zuckerwasser bestreichen.
Dann muss das alles noch ca. 3 Stunden bei 150° im Backofen backen. Nicht aus der Form stürzen, diese ist Backform und auch Servierschale.
Zum Abschluss kommt der Brei für 3 Tage in den Kühlschrank.
Jetzt ist es endlich fertig, das

finnisches Osteressen Mämmi

Jetzt mit Zucker bestreuen und mit Sahne oder Milch essen. Die Sahne darf ruhig flüssiger sein also gewohnt! 

Und wie schmeckt Mämmi?

Meiner Mutter läuft bei diesem Anblick gerade das Wasser im Mund zusammen.
Bei mir hält sich die Begeisterung in Grenzen. Es schmeckt besser als es aussieht, ja definitiv! Irgendwie trocken aber doch auch feucht, aber irgendwie auch nicht.
Klingt komisch? – Ist es auch! Und ich glaube nur Finnen essen Mämmi. Bis auf meine Oma, die mochte das auch nicht!

Tatsächlich wurde es früher in echten Birkenkörbchen aus der Birkenrinde zubereitet. Meine Mutter kann sich noch erinnern, wie sie mit ihrer Oma die Birkenrinde von den Bäumen geholt hat. Es mussten ältere Birken sein und ihre Oma hat sich dann bei dem Baum bedankt, für das Mitnehmen seiner Rinde. Dann gab es eine besondere Falttechnik, aber an die kann sich meine Mutter nicht mehr erinnern.

Das Mämmi von der Firma Saarioinen ist das beste was es gibt, behauptet jedenfalls mein finnischer Teil der Familie. Von Katia aus Turku stammen auch die Fotos. Orangerot ist auch Rot und dies ist ein österlicher Beitrag für Annes Ich seh Rot.

Liebe Grüße

Kirsi

P.S. Ich kann mich noch gut an den Besuch von meiner Oma und Jarmo (mein Onkel) erinnern vor einigen Jahren kurz vor Ostern. Sie brachten Mämmi mit und ich sehe noch die Gesichter von meinen Mädchen und meinem Mann vor mir, als ich das Mämmi auf den Tisch gestellt habe 😉 Irgendwie klappte ihnen bei dem schwarzen Anblick doch ein wenig die Kinnlade runter!
Aber sie haben es probiert und ja man kann es essen, muss man aber nicht war die Meinung!

Verlinkt bei My Corner of the world

15 Gedanken zu “Mämmi”

  1. Ich weiss auch nicht Kirsi wie das schmecken soll.
    Aber einen Versuch wäre es wert.
    Ich backe hier lieber meine Hasen, meine Rüblitorte, die futtert der Enkel gerne und meine Hasentorte, da weiss ich, dass es schmeckt und ich freu mich auch Ostern, wenn die Kinder und der Enkel kommen
    Dir alles Liebe und freundliche Grüße, jetzt gehts los zur Tour.
    Eva

  2. Da das Auge ja bekanntlich mitisst, hält sich der Anreiz einer Kostprobe wohl eher in Grenzen. Aber zumindest sollte man es mal probieren, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Wir haben auch schon alle afrikanischen Tiere durch, von A wie Antilope bis Z wie Zebra. Zumindest weiß man dann was schmeckt und was eher zäh ist.
    Auf jeden Fall ist dein Deckchen schön rot :)))

    Liebe Grüße
    Arti

    1. Probieren ja denn sonst kann man sich ja gar nicht vorstellen wie das wirklich schmeckt. Finde ich gut das Ihr Euch auch durch die Länderküche probiert habt

  3. Ok, liebe Kirsi, ich stelle mir gerade die schwarze Masse in Birkenrinde vor, nicht so gross, eher ein kleines Küchlein, und schon bin ich mit dem ungewohnten Anblick versöhnt 🙂
    Versuchen würde ich das aufwändig hergestellte Gebäck auf jeden Fall, schon zu Ehren deiner Uroma, die alles von Hand gefertigt hat.
    Herzlich, do

  4. Hallo liebe Kirsi!

    Nun, es sieht wirklich nicht sehr ansprechend aus. Würde aber dennoch probieren…man ist ja freundlich, wenn man Genschenke erhält. Und man will niemanden vor den Kopf stoßen. 😉

    Auf alle Fälle war es interessant, denn ich habe davon noch nie gehört.

    Danke für deinen Beitrag!

    Liebe Grüße

    Anne

  5. Den Blick kann ich mir sehr gut vorstellen, ich glaube mir wäre es nicht anders ergangen. Noch nie von gehört finde ich aber sehr interessant und probieren würde ich es auf jeden Fall. Macht sogar richtig neugierig wie es schmeckt.

    Toll dass du von berichtet hast, danke dir dafür.

    Liebe Grüssle
    Nova

  6. Bei solchen Gerichten sage ich immer: Was so aussieht, KANN nur gut schmecken!
    Ist doch oft so – je seltsamer die Optik, desto besser der Geschmack. Linseneintopf zum Beispiel, sieht aus wie… na, sagen wir es lieber nicht.
    Probieren würde ich Mämmi gerne mal, aber auf keinen Fall selber machen. 😉
    LG
    Centi

  7. Hmmm, wenn du schon sagst muss man nicht mögen, dann lass ich das mal 😉
    Aber Traditionen sollte man weiter bewahren!
    Meine Oma hat zu Ostern immer Hefezopf gemacht, das Rezept dazu habe ich auch von ihr 😀

  8. How interesting! It sounds like one of those traditions that began out of necessity. It has orange flavor in it, so it can’t be too bad 🙂
    My mom used to make ‚corn meal mush‘ for me because I was the only on that really liked it 🙂

    Thank you for being a part of ‚My Corner of the World‘ this week!

  9. Liebe Kirsi,
    so ist das mit den regionalen bzw. nationalen Gebräuchen und Gerichten. Wirklich appetitlich sieht es in meinen Augen tatsächlich auch nicht aus. Aber wer weiß … Mit Sahne drauf vielleicht gar nicht so übel.
    Ich wünsche dir mit etwas Verspätung fröhliche Ostern.
    Elke

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