Marathon Sägen und eine historische Eiche

Marathon Sägen und eine historische Eiche

Ein besserer Ausdruck als „Marathon Sägen“ ist mir nicht eingefallen, denn das beschreibt genau das was unser Betrieb in der 2. Aprilwoche gemacht hat.
Wir haben ein größeres mobiles Sägewerk für eine Woche gebucht. Dieses Sägewerk kann bis 1,35 m Durchmesser sägen, das schafft unseres nicht und wir haben so viele Stämme auf dem Hof gesammelt, das wir einmal „Tabula Rasa“ machen wollten.
In der Woche davor war das Wetter traumhaft schön, pünktlich, als das Sägewerk eingetroffen ist, öffnete der Himmel die Schleusen. Aber alle haben tapfer durchgehalten.
Und nein ein Absagen wäre sehr schlecht gewesen, erstens ist das Sägewerk sehr ausgebucht und wir hatten gerade die Erlaubnis von der Gemeinde bekommen die Straße für eine Woche zu sperren.
Bei uns im Gewerbegebiet gibt es zum Glück genug Ausweichstraßen damit so etwas geht.
Insgesamt haben wir 17 von den richtig großen Stämmen aufgesägt und noch einige kleinere und ja da komme ich jetzt ins Spiel. Die galt es zu ordnen, zu katalogisieren und jetzt einzupflegen und zu vermarkten. Damit bin ich heute noch beschäftigt 😉

Dann hatte ich eine Woche fast durchgehend Webinare. Es gibt wieder soviele Neuerungen wie Änderungen im Verpackungsgesetzt, neue Widerrufsrechte etc. pp.
Wir waren also wirklich alle sehr gut beschäftigt und ja dann gibt es auch noch die Familie. Zum Glück habe ich soweit jetzt alles, dank der Hilfe unserer Mitarbeiter, ganz gut im Griff.
Sie haben die Baumscheiben vermessen, fotografiert und nummeriert, das hat mir die Arbeit sehr erleichtert.

Ein erster Überblick (und das ist nur ein „kleiner“ Teil der aufgeschnittenen Stämme)

Holzlager Holzhandlung Stammstark
Insgesamt sind es knapp 200 Baumscheiben unterschiedlicher Hölzer
Stammstark beim Marathon Sägen
Manche Baumstämme sind so mächtig das sie nur so transportiert werden können

Nun wisst Ihr womit ich die ganze Zeit beschäftigt gewesen bin 😉

Eine historische Eiche

Diese Eiche wurde nachweislich zum Ende der Schlacht bei Minden gepflanzt und das war im Jahr 1759. Die Stürme dieses Jahres haben ihr leider immer mehr zugesetzt und der letzte legte ihre Wurzeln frei. Bei einem Baum dieser Größe wird das gefährlich und so musste dieser Zeitzeuge leider gefällt werden.
Warum aber diese Eiche so derart anfällig geworden ist, konnte uns unser Holzfäller sagen. Denn beim Aufsägen dieser Eiche fand sich darin etwas „Komisches“ und Falk fragte ihn sofort um Rat.

Knetmasse im Inneren eines Eichenbaumes

Diese dunkle Masse ist höchstwahrscheinlich eine Reparaturmasse aus den 80iger Jahren. Damals wurde angenommen das der Baum seine Vitalität behalten wird, wenn Hohlräume mit dieser Masse ausgefüllt werden. Leider ist diese Annahme falsch gewesen. Denn durch das Verfüllen entstand ein Nährboden für Schädlinge und der Baum konnte seine eigenen Heilkräfte nicht anwenden.
Es hängt natürlich auch mit dem Klimawandel zusammen. Für Eichen (ebenso wie auch für andere Bäume) ist es ein unheimlicher Stress mit den heißen Sommern und wenig Regen. Das kam dann eben auch noch dazu, wie auch der „saure Regen“. Ein Begriff der ebenfalls in den 80igern zum ersten Mal genannt worden ist.

So, ich hoffe Ihr habt Euch nicht gelangweilt. Ist doch ein wenig länger geworden als gedacht. Meine Begeisterung für diesen schönen Werkstoff ist wohl mit mir „durchgegangen“ 😉

Mein Beitrag für Ich seh Rot bei Jutta, My Corner of the World, dem Natur Donnerstag bei Elke und Friday Bliss bei Riitta.

Liebe Grüße

Kirsi

39 Gedanken zu “Marathon Sägen und eine historische Eiche

  1. Ganz ehrlich ich war sprachlos als ich die Schönheit dieser Eiche gesehen hab!

    Auf alle Fälle ein mega spannender Post und puh, das klingt wirklich nach einer Menge Arbeit. Danke dass Du uns teilhaben lässt.

    Speziell die „Entdeckung“ der Rückstände aus den 80ern fand ich super interessant. Manchmal ist der Mensch eben der Natur nicht so überlegen wie er glaubt…

    1. Willkommen liebe Judi und vielen Dank für Deine Worte und Deinen Besuch. Schön das Du, wie auch immer, hierher gefunden hast. Du kommst ja aus so einem ganz anderen Metier wie ich bei einem Besuch auf Deinem Blog gesehen habe. Bei Dir gibt es keine Kommentarfunktion – dann mache ich das hier bei mir, vielleicht schaust Du ja nochmal vorbei. Ich finde Deine Beiträge bezüglich Radsport sehr interessant und es gibt vieles was ich so gar nicht wusste. Den letzter Beitrag über die Unterschiede hat mir besonders gut gefallen, liebe Grüße Kirsi

  2. Ui, ein interessanter Bericht und die Bilder dazu gefallen mir. Was ich gerade festgestellt habe, Du liest A. Gruber!? Mein Favorit unter den Autoren. Hatte sogar mal Kontakt zu ihm, kurzweilig. Das Neueste habe ich noch gar nicht gelesen *shame on me*. Aber zum Lesen komme ich zur Zeit leider auch nicht.

    LG
    Sandra!

    1. Oh ja ich bin ein großer Fan von A. Gruber und mag seine Bücher. Ich kenne allerdings nur die mit Maarten S. Sneijder, die anderen Ermittlerteams habe ich noch nicht gelesen. Wow Du kennst ihn sogar, das ist ja interessant. Ich habe Todesschmerz durch (schreibe noch drüber) und ja ich kann nur sagen – super! Jetzt ist wieder Warten angesagt 😉

  3. Liebe Kirsi,
    ich wusste nicht, dass es solche mobilen Sägewerke gibt – sehr spannend und weit weg von „langweilig“! Da habt ihr wahrlich eine Menge geleistet – und ich sehe schon wieder viele ganz besondere und hochwertige Tische (oder was auch immer aus den Platten wird) entstehen. Wenn solche alten Bäume schon sterben müssen, dann soll ihnen wenigstens Respekt und Ehre gezollt werden, und das tut ihr. Schade, dass das Rettungsmanöver aus den 80ern dem Baum eher ein frühzeitiges Ende beschert hat…
    Alles Liebe im Mai (und stress‘ dich nicht zu sehr!),
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2022/05/wanderlust-blogparade-der-u30blogger.html

    1. Ja das ist auch unser Gedanke, wenn sie schon gefällt werden, dann soll etwas von ihnen bleiben und was gibt es besseres als dann Möbel aus Massivholz!

  4. Deinen Beitrag fand ich sehr interessant. Bäume sind sehr wichtig für uns, aber manchmal kann man sie einfach nicht mehr halten. Herzliche Grüße von Christine!

  5. Spannend was du uns da für einen besonderen Bericht mitgebracht hast. Das mit der mobielen Sägerei ist schon eine tolle Erfindung, so entfällt der Transport zur und von der Sägerei. Beim Sichten der Bilde hatten wir den Duft des Holzes richtig stark in der Nase.
    Es Grüssen Herzlich Ayka mit Erika die vom Baustoff Holz immer wieder fasziniert sind

    1. Du nimmst diesen Duft ja noch so viel mehr wahr als wir liebe Ayka, aber auch uns stieg der Duft in die Nase, der blieb sogar ein weniger länger, es war ja auch sehr viel davon in der Luft

  6. Very interesting post Kirsi. These old oaks are huge, and I have never thought with what kind of machinery they are sewn. A lot of oak boards for manufacturing nice furniture, perhaps. Thank you for sharing.

  7. wow
    sehr interessant
    habt ihr einen holzverarbeitenden Betrieb??
    hach .. so ein Eichenbrett haben
    oder eine Baumscheibe(Durchmesser)
    was könnte man da mit machen
    einen herrlichen Tisch zum Beispiel 😉
    sehr interessant

    liebe Grüße
    Rosi

    1. Ja wir haben eine Tischlerei liebe Rosi und seit Neuestem auch ein Sägewerk, aber die mobile Säge haben wir gebucht, da waren einige sehr dicke Stämme dazwischen das hätte unseres nicht geschafft. Ja aus vielen Baumscheiben werden Tischplatten – entweder für den Eigenbau oder aber wir fertigen Baumkantentische etc. daraus

  8. Ja, es sind Zeitzeugen und es tut weh wenn sie gefällt werde, liebe Kirsi. Aber für manchen Baum ist die Lebenszeit beendet oder muss beendet werden. Das weiß ein Baumfreund auch. Nun gibt es wieder Holz und alles erfüllt einen guten Zweck oder wird in den Kreislauf des Lebens integriert.
    Eine Menge Arbeit hattet Ihr. Liebe Grüsse zu Dir, Klärchen

  9. Hallo Kirsi,
    ja, ich weiß wie schön es ist mit dem Werkstoff Holz zu bauen,
    habe schließlich den Beruf eines Schreiners (Geselle) gelernt.
    Damals im Jahr 1967 war das alles aber noch etwas schwieriger als heute
    Aber ich habe einiges gelernt, das ich heute noch verwerten kann, vor allem bin
    ich doch handwerklich gut drauf.
    Allerdings war es damals nicht so einfach, als Frau auf dem Bau, aber ich konnte mich behaupten und
    Türen schleppen muß man eben als Lehrling. Das ist so.
    Manchmal freue ich mich, wenn ich einen „alten“ Schreiner kennenlerne und mit ihm fachsimpele,
    so wie neulich, als ich ihn fragte, ober weiß, was ein Lattenriß ist. :-))
    Er wußte es, also hat er das Handwerk auch gelernt.
    Ich könnte heute auch noch als Schreiner arbeiten.
    Ein interessanter Beitrag.
    Hab ein schönes Wochenende und liebe Grüße Eva

    1. Ja das kann ich mir gut vorstellen das es damals ungewöhnlich gewesen ist eine Frau als Tischlerin und das es manchmal nicht ganz so einfach für Dich gewesen ist. Vielen Dank für Deine Worte und ein schönes Wochenende

  10. Man könnte das Ganze auch mal positiv sehen und schreiben: Hurra, es gibt wieder Holz. Denn auch daran mangelt es ja überall in der Bauwirtschaft.
    Ich fand deinen Beitrag sehr interessant, liebe Kirsi.
    Herzliche Grüße – Elke

  11. Liebe Kirsi, das Sterben eines Baumes durch Menschenhand berührt immer mein Herz und es
    tut mir weh, besonders dann, wenn man den Eindruck hat, dass es mutwillig passiert und nicht
    um irgendetwas zu schützen. Auch im Innenhof des Hauses wo ich wohne wurde in gesunder Baum
    gefällt aus Gründen die man nicht akzeptieren konnte, aber trotz Einsprüche wurde er ganz schnell
    dem Tode geweiht. Als die Säge ihre Arbeit begann hörte ich seine stillen Schreie…
    Ich grüße Dich in Deinen Tag, Karin Lissi

    1. Gesunde Bäume das kann ich auch nicht verstehen, leider habe ich auch hier schon gehört, das manche vom Laub genervt sind. Ohne an die schattenspenden Eigenschaften zu denken, welche wir ja wirklich brauchen. Ich denke dann immer ob das Laub harken so schlimm sein muss. Ich finde es aber gut das Du das nicht einfach so hingenommen hast, sondern versucht hast das zu verhindern

  12. So ein Arbeitsgerät habe ich Tatsächlich noch nie gesehen, aber ich kann verstehen, dass mit so einer Säge schneller und besser die grossen Stämme zu Bretter sägen kann. Und die Arbeitszeiten sind ein grosser Kostenfaktor. Interessant ist auch das Innenleben der geflickten Eiche zu erfahren.
    L G Pia

  13. Ich werde ja immer ganz traurig, wenn Bäume abgesägt werden müssen. Ich verstehe natürlich, dass es für die Sicherheit notwendig ist. Dennoch tut es mir weh, die Bäume so hilfslos diesem Schicksal auszuliefern. Besonders wenn es große und alte Bäume sind. Vor denen habe ich mächtig Respekt. Bäume, die älter werden als ein Menschenleben!
    Die Füllung in der Eiche ist schon merkwürdig. Da klingt es logisch, dass die Eiche dadurch geschwächt wurde. Was ich auch gehört habe, ist dass viele Bäume mit dem Alter von innen hohl werden und sie dadurch schneller bei Sturm brechen.
    Die Stürme der letzten Zeit haben auch bei uns viel Schaden angerichtet. In den Wälder sieht man so viele abgebrochene und auch entwurzelte Bäume. Das ist schlimm.
    Am liebsten würde ich für jeden gefällten Baum einen neuen pflanzen…

    Ich sende dir ganz viele liebe Grüße,
    Abraxandria

    1. Ja die Stürme dieses Jahr haben es wirklich in sich gehabt, in so kurzer Zeit so viele heftige hintereinander das war schon sehr heftig. Es gibt ja immer mehr diese Pflanzaktionen für neue Bäume, besonders schön finde ich es, wenn Kindergärten oder Schulklassen dabei mitmachen, dann lernen die Jüngsten schon um was es geht!

      1. Oh ja, die Pflanzaktionen sind toll! In Hannover gibt es sogar gleich mehrere Plätze an denen jeder einen Baum pflanzen darf. Das ist genial. Sowas wünsche ich mir für alle Städte.
        Für Kinder finde ich diese Erfahrung auch sehr wichtig.
        Hoffen wir mal, dass wir die Zeit der Stürme erstmal hinter uns lassen können bis zum Herbst…
        Einen wunderschönen Mai dir!
        Liebste Grüße,
        Abraxandria

  14. Liebe Kirsi,

    oh nein, das war alles andere als langweilig, im Gegenteil – ich habe deinen Eintrag gespannt gelesen, und wußte gar nicht, dass man solche Füllmasse seinerzeit eingesetzt hat. Ja, manchmal erkennt man erst viel später, dass etwas doch falsch war, oder ungesund oder gar schädlich. Ich denke oft, was wir wohl früher an schädlichen Substanzen in irgendwelcher Form zu uns genommen haben, ohne es zu wissen

    – angesichts dessen, wie in den letzten Jahren immer mehr Lebensmittel, Kosmetikazusätze etc. aus dem Verkehr gezogen werden …) weil die Auswirkungen erst nach langer Zeit sichtbar werden.

    Auf jeden Fall sehr schade um diesen imposanten Zeitzeugen ..aber es ging ja nicht anders.

    Da hattet Ihr ja wirklich extrem viel Arbeit … deine Bilder sprechen eine beredte Sprache. Gut, dass das Wetter mitgespielt hat, und dass Ihr nun alles geschafft habt.

    Übrigens hab ich dir bei mir geantwortet, aber auch nochmal hier: es ist eine S*ony C*ybersh*ot HX-300 🙂

    Liebe Abendgrüße zu dir,
    Ocean

    1. Es freut mich das auch Du Dich nicht gelangweilt hast bei dem Einblick in unsere Stamm-Arbeiten liebe Ocean. Vielen Dank auch hier für Deine Antwort, liebe Grüße

  15. Oh, an den sauren Regen erinnere ich mich gut. Damals waren wir entsetzt und hatten dabei keinen Schimmer, wie sich das Klima weiter verschlechtert. Oh je. Es stimmt mich schon traurig, liebe Kirsi, wenn solche Baumriesen von der Bildfläche verschwinden.
    Hier in Augsburg gab es zeitweise eine recht aktive Gegenbewegung. Aktivisten, die sich an Bäume ketteten, die entfernt werden sollten, um dem Verkehr Raum zu geben. Dasselbe in Friedberg, wo auf dem dortigen Marienplatz prächtige Bäume entfernt wurden und es hieß zur Begründung, dass man damit das mittelalterliche Stadtbild realistisch darstellen wollte. Das geschah vor bald 18 Jahren. Und nun werden Bottiche mit Palmgewächsen hingestellt. Sorry, da habe ich dann einen entsprechenden Brief geschrieben.

    Liebe Grüße von Heidrun

    1. Ja das mit an die Bäume ketten in den Wäldern das gab (oder gibt es sogar noch) auch hier. Bei unserem Stämmen handelt es sich aber meistens um einzelne Bäume welche gefällt werden müssen und da sind die Leute doch meist verständiger, wenn auch doch traurig

  16. Liebe Kirsi,

    das ist ja wirklich sehr interessant, was Du hier alles schreibst. Ich bin natürlich auch noch nie so nah an solche Sägearbeiten herangekommen. Da war sicher richtig Stress angesagt. Da kann ich mir gut vorstellen, dass für andere Sachen keine Zeit war.
    Ganz herzlichen Dank, dass Du uns so schön bebildert mal einen Einblick gewährt hast.

    Liebe Grüße
    Jutta

  17. Liebe Kirsi,
    dies war ein sehr spannender und interessanter Post, den ich wirklich sehr informativ fand. Auch solche Bilder sieht man nicht jeden Tag. Kann mir gut vorstellen, wie viel Arbeit mit dem Sägen und der Katalogisierung verbunden war und ist.
    Hoffe, du findest noch etwas Zeit auch den herrlichen Frühling zu genießen.

    Auf jeden fall schicke ich dir liebe Grüße
    Arti

    1. Das freut mich liebe Arti, das mein Beitrag informativ und auch für Dich interessant ist. Ja so in der Art haben wir dieses Sägewerk auch noch nie gesehen 😉

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